„In beiden Märkten gibt es vier Anbieter – also ist der Wettbewerb ähnlich.“ Diese Aussage klingt zunächst plausibel. Sie übersieht aber, dass vier gleich große Unternehmen etwas anderes sind als ein dominierender Anbieter neben drei kleinen. Die bloße Anzahl beschreibt die Verteilung der Marktanteile nicht.
Der Herfindahl-Hirschman-Index im MBA, kurz HHI, macht diese Verteilung rechnerisch sichtbar. Für Techniker und Meister, die ihre Berufserfahrung um Managementwissen erweitern möchten, ist das eine anschauliche Vorbereitung auf die Analyse von Märkten. Unsere Lernübung verwendet ausschließlich erfundene Daten. Sie ist weder eine offizielle Prüfungsaufgabe noch eine Bewertung realer Unternehmen.
Was der HHI zählt – und welche Frage zuerst kommt
Das U.S. Department of Justice erläutert den Herfindahl-Hirschman-Index als Maß für Marktkonzentration: Die Marktanteile der Unternehmen werden jeweils quadriert und anschließend addiert. Dadurch geht nicht nur die Zahl der Anbieter, sondern auch ihre relative Größenverteilung in den Wert ein.
Vor der Rechnung musst Du allerdings klären, worauf sich die Anteile beziehen. Ein Anteil am Umsatz ist nicht dasselbe wie ein Anteil an der Stückzahl. Auch Produktgruppe, Gebiet und Zeitraum müssen zusammenpassen. Für unsere Übung legen wir das ausdrücklich fest, statt die Prozentzahlen als selbsterklärend zu behandeln.
Wir rechnen mit ganzen Prozentwerten: 25 Prozent werden als 25 eingesetzt, nicht als 0,25. Diese Darstellungsentscheidung ist wichtig, weil sich bei der anderen Schreibweise eine andere Zahlenskala ergibt.
Zwei erfundene Märkte mit jeweils vier Anbietern
Stell Dir zwei getrennte, fiktive Märkte für eine eng festgelegte Art von technischen Ersatzteilen vor. Alle Anteile beziehen sich im Modell auf den Umsatz derselben Produktkategorie innerhalb des jeweils betrachteten Gebiets und desselben Jahres. Die vier aufgeführten Unternehmen decken in jedem Markt zusammen 100 Prozent ab. Weitere Anbieter oder unbekannte Restanteile sind im Lernmodell ausgeschlossen.
- Markt A: Anbieter 1, 2, 3 und 4 haben jeweils 25 Prozent.
- Markt B: Anbieter 1 hat 70 Prozent; Anbieter 2, 3 und 4 haben jeweils 10 Prozent.
Die Anbieterzahl ist identisch. In Markt A sind die Umsätze gleichmäßig verteilt. In Markt B entfällt dagegen ein großer Anteil auf ein einzelnes Unternehmen. Genau diese unterschiedliche Struktur soll die Rechnung beschreiben. Daraus leiten wir zunächst keine Aussage über Preise, Lieferqualität oder Verhalten ab.
So entsteht der Unterschied in der Rechnung
Markt A: Vier gleich große Anteile
Wir quadrieren jede 25 und addieren die vier Ergebnisse:
HHI A = 25² + 25² + 25² + 25² = 625 + 625 + 625 + 625 = 2.500.
Die einfache Summe der Marktanteile wäre 100. Sie würde jedoch in beiden Märkten denselben Wert liefern und die Verteilung nicht zeigen. Erst das Quadrieren und Addieren erzeugt den hier interessierenden Unterschied.
Markt B: Ein großer Anteil prägt den Wert
Für den zweiten Markt lautet die Rechnung:
HHI B = 70² + 10² + 10² + 10² = 4.900 + 100 + 100 + 100 = 5.200.
Der HHI liegt damit um 2.700 Punkte höher als in Markt A. Die große Einzelposition trägt deutlich mehr zur Summe bei als jeder kleine Anteil. Das ist keine zusätzliche Gewichtung nach persönlicher Einschätzung, sondern eine Folge der definierten Quadratregel.
Du solltest die Differenz nicht als „2.700 Prozent mehr Wettbewerb“ oder als Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Verhaltens interpretieren. Sie ist eine Differenz auf der gewählten Indexskala. In unserem Beispiel ist Markt B nach dieser Kennzahl stärker konzentriert.
Warum die Schreibweise einen Unterschied macht
Wenn Du statt 25 den Dezimalanteil 0,25 einsetzt, erhältst Du für Markt A viermal 0,25², zusammen 0,25. Für Markt B ergibt sich 0,70² + dreimal 0,10² = 0,52. Diese Werte stehen zu 2.500 und 5.200 jeweils im Verhältnis 1 zu 10.000.
Die zugrunde liegende Verteilung ist dabei dieselbe. Geändert wurde nur die Zahlenskala. Ein Bericht, der 0,52 mit 2.500 vergleicht, ohne die Schreibweise zu erklären, würde daher Äpfel mit Birnen vergleichen. Gib neben dem Ergebnis immer an, welche Anteile Du eingesetzt hast.
Auch Rundungen gehören in die Dokumentation. Wenn die veröffentlichten Anteile wegen Rundung nicht genau 100 ergeben, kannst Du sie nicht ohne Erklärung als vollständige und exakte Marktverteilung ausgeben. Unser Beispiel vermeidet dieses Problem durch bewusst einfache Lernwerte.
Was die Kennzahl über den Markt offenlässt
Der HHI erfasst in unserer Übung Umsatzanteile. Er sagt nicht, warum das größte Unternehmen groß ist. Vielleicht bietet es eine andere Leistung, vielleicht verfügt es über zusätzliche Kapazitäten oder einen früheren Markteintritt. Keine dieser Erklärungen wird allein durch die Zahl bestätigt.
Ebenso wenig zeigt unser Ergebnis, ob Kunden leicht zu einem anderen Anbieter wechseln können, ob neue Anbieter eintreten könnten oder ob die Produkte technisch austauschbar sind. Diese Informationen wären für eine weitergehende Managementbewertung zu untersuchen.
Gerade aus technischer Berufserfahrung kannst Du passende Fragen ergänzen: Welche Spezifikation muss ein Ersatzteil erfüllen? Sind mehrere Hersteller tatsächlich für denselben Einsatz geeignet? Würden Lieferfristen oder Umrüstungen die Auswahl verändern? Solche Fragen erweitern den Prüfauftrag; sie ersetzen keine belastbare Marktdefinition.
Dieser Beitrag behandelt keine kartellrechtlichen Schwellenwerte. Aus unseren erfundenen HHI-Werten folgt weder ein Rechtsverstoß noch eine Aussage zur Zulässigkeit eines Zusammenschlusses. Dafür wäre eine gesonderte Prüfung des konkreten Sachverhalts und des anwendbaren Rechts erforderlich.
Eine eigene Kontrollaufgabe für Deine MBA-Vorbereitung
Verändere die Anteile in einem dritten Lernmarkt auf 40, 30, 20 und 10 Prozent. Die Summe bleibt 100. Der HHI beträgt 1.600 + 900 + 400 + 100 = 3.000. Er liegt zwischen den beiden Ausgangsfällen.
Begründe anschließend, warum die Anbieterzahl allein für diesen Vergleich nicht genügt. Formuliere außerdem einen Satz zu einer fehlenden Information, etwa zur Austauschbarkeit der Ersatzteile. So verbindest Du eine richtige Rechnung mit einer begrenzten, nachvollziehbaren Interpretation.
Eine gute Ergebnisnotiz könnte lauten: „Für die im Lernmodell festgelegte Umsatzverteilung ergibt sich ein HHI von 3.000. Die Größenverteilung ist ungleicher als im Ausgangsfall mit viermal 25 Prozent. Das Verhalten der Unternehmen wurde nicht untersucht.“
Vom technischen Erfahrungswissen zum passenden Studienweg
Der MBA Entrepreneurship und Global Business Strategy bei GrandEdu Media ist öffentlich verfügbar. Fachliche Vorbereitung und formaler Zugang sind jedoch verschiedene Fragen. Für Interessenten mit abgeschlossener Berufsausbildung nennt die aktuelle Hochschulseite fünf Jahre Berufserfahrung, davon mindestens zwei Jahre facheinschlägig, als eines der alternativen Zugangsprofile.
Ein Techniker- oder Meisterabschluss allein ist keine Zulassungszusage. Die Lehrgangsleitung entscheidet nach Prüfung vollständiger Unterlagen über die Aufnahme. Anrechnung bereits erworbener Kompetenzen wird gesondert geprüft. Für den 120-ECTS-Lehrgang sind bis zu 60 anrechenbare ECTS und vier Semester Regelstudiendauer veröffentlicht; eine persönliche Anerkennungs- oder Verkürzungsgarantie ergibt sich daraus nicht.
Ein direkter MBA-Einstieg kann bei erfüllter Zulassungsgrundlage Zeit gewinnen, Doppelungen vermeiden und zum Managementziel passen. Ein Bachelor zuerst kann besser zu fehlender Zugangsbasis, gewünschter fachlicher Breite, bestimmten Berufswegen oder persönlichen Lernzielen passen. Deine Ausgangslage entscheidet, nicht eine pauschale Rangfolge.
FAQ zum Herfindahl-Hirschman-Index im MBA
Reicht die Zahl der Anbieter für die Berechnung?
Nein. Du benötigst die Marktanteile. Unsere beiden Vier-Anbieter-Märkte ergeben wegen unterschiedlicher Verteilung verschiedene HHI-Werte.
Beweist ein höherer HHI höhere Preise?
In dieser Übung nicht. Wir haben Umsatzanteile festgelegt und keine Preise oder Verhaltenswirkungen untersucht. Das Ergebnis beschreibt die Konzentration innerhalb des Modells.
Kann ich Umsatzanteile und Stückzahlanteile mischen?
Nicht zu einer einheitlichen Verteilung. Lege die Bezugsgröße vor der Rechnung fest und verwende sie durchgängig.
Fazit: Die Verteilung hinter der Anbieterzahl prüfen
Der Herfindahl-Hirschman-Index im MBA hilft, Marktanteile strukturiert zu vergleichen. Aussagekräftig wird die Zahl erst mit klarer Bezugsgröße und offengelegten Grenzen. Deinen nächsten Bildungsweg, Zulassung und mögliche Anrechnung kannst Du in der persönlichen Beratung bei GrandEdu Media jeweils gesondert besprechen.