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Abbildungen im MBA: Eigene Grafik, fremde Datengrundlage

Berufserfahrener MBA-Interessent vergleicht an einem hellen Schreibtisch gedruckte Diagramme mit einer Grafik auf seinem Laptop.
GrandEdu Media · NewsBerufserfahrener MBA-Interessent vergleicht an einem hellen Schreibtisch gedruckte Diagramme mit einer Grafik auf seinem Laptop.

Eine übersichtliche Grafik kann eine Managementfrage schneller erschließen als eine Seite Zahlen. Gerade berufserfahrene MBA-Interessierte bringen dafür viel Praxis mit: Sie kennen Berichte, Kennzahlen und Präsentationen aus ihrem Arbeitsalltag. Beim wissenschaftlichen Arbeiten kommt jedoch eine zusätzliche Frage hinzu: Welche Leistung stammt von Ihnen – und woher stammt die Datengrundlage?

Wer Zahlen aus einem Bericht übernimmt und daraus ein neues Diagramm erstellt, hat eine eigene Visualisierung entwickelt. Daraus wird keine eigene Erhebung. Dieser Unterschied ist für Abbildungen im MBA wichtig, weil Leserinnen und Leser nicht nur die fertigen Balken verstehen, sondern auch den Weg dorthin nachvollziehen können sollen. Eine kleine Übung hilft, diesen Weg sichtbar zu machen.

Drei Ebenen einer Abbildung auseinanderhalten

Die Daten: Was wurde ursprünglich erfasst?

Zuerst steht die Herkunft der Werte. Eine veröffentlichte Tabelle, ein betrieblicher Export und eine selbst durchgeführte Befragung sind unterschiedliche Ausgangspunkte. Notieren Sie, wer die Daten bereitstellt, welchen Zeitraum sie abdecken und worauf sich die einzelnen Werte beziehen. Eine hübschere Gestaltung verändert diese Herkunft nicht.

Die Bearbeitung: Was haben Sie verändert?

Vielleicht wählen Sie nur zwei Jahre aus, rechnen absolute Zahlen in Anteile um oder fassen Kategorien zusammen. Solche Entscheidungen gehören zu Ihrer Auswertung. Sie können sinnvoll sein, sollten aber erkennbar bleiben. Andernfalls wirkt eine selbst berechnete Prozentzahl leicht wie ein unverändert übernommener Ausgangswert.

Die Darstellung: Wie machen Sie die Werte sichtbar?

Erst auf dieser Ebene entscheiden Sie über Balken, Linien, Farben und Beschriftungen. „Eigene Darstellung“ beschreibt diese gestalterische Arbeit, erklärt allein aber noch nicht die Datenbasis. Als Orientierung erläutert Purdue OWL zu Tabellen und Abbildungen, dass Quelleninformationen auch für extern übernommene Daten erforderlich sind. Abbildungen sollen verständlich beschriftet und im Text aufgegriffen werden. Welche formalen Vorgaben für Ihre Arbeit gelten, klären Sie anhand der Hochschulvorgaben; der Leitfaden ist kein Nachweis eines dort vorgeschriebenen Zitierstils.

Übung: Aus Fallzahlen werden Anteile

Das folgende Beispiel ist vollständig fiktiv. „Bericht A“ bezeichnet nur die erfundene Datengrundlage dieser Übung, keine tatsächliche Publikation. Für 2023 enthält sie 40 Anfragen über die Website, 30 über das Telefon und 30 über Partner. Insgesamt sind es 100 Anfragen. Für 2024 stehen dort 60 Website-Anfragen, 20 Telefon-Anfragen und 40 Partner-Anfragen, zusammen 120.

Nun möchten Sie die Zusammensetzung vergleichen. Sie entscheiden sich für ein Diagramm mit Prozentanteilen. Für 2023 ergeben sich 40 Prozent Website, 30 Prozent Telefon und 30 Prozent Partner. Für 2024 lauten die Werte gerundet 50 Prozent, 16,7 Prozent und 33,3 Prozent. Diese Anteile haben Sie selbst aus den fiktiven Ausgangszahlen berechnet.

Eine nachvollziehbare Arbeitsnotiz könnte lauten: „Eigene Darstellung auf Grundlage der fiktiven Tabelle aus Bericht A; Anteile selbst berechnet und auf eine Nachkommastelle gerundet.“ Diese Formulierung ist eine Erläuterung der Übung, keine fertige bibliografische Quellenangabe. Bei einer realen Arbeit müssten Sie den tatsächlichen Bericht eindeutig identifizieren und die formale Quellenangabe entsprechend den geltenden Vorgaben ergänzen.

Was die neue Grafik zeigt – und was nicht

Der Website-Anteil steigt im Beispiel von 40 auf 50 Prozent. Das sind zehn Prozentpunkte. Gleichzeitig steigt die absolute Zahl von 40 auf 60 Anfragen, also um 50 Prozent. Beide Aussagen passen zu denselben Daten, beantworten aber verschiedene Fragen. Eine Beschriftung mit „plus zehn Prozent“ wäre für die Anteilsänderung missverständlich.

Ein auf 100 Prozent normiertes Diagramm lässt die Zusammensetzung gut vergleichen. Es macht jedoch nicht unmittelbar sichtbar, dass die Gesamtzahl von 100 auf 120 steigt. Deshalb sollte der begleitende Text die Gesamtsummen nennen, wenn diese für Ihre Frage relevant sind. Auch ein sauber belegtes Diagramm erklärt nicht automatisch, warum sich die Werte geändert haben. Eine neue Werbekampagne wäre ohne weitere Informationen nur eine mögliche Erklärung, kein nachgewiesener Grund.

Ein Arbeitsprotokoll mit fünf kurzen Einträgen

Für die Vorbereitung brauchen Sie zunächst keine aufwendige Software. Halten Sie neben Ihrer Arbeitsdatei fünf Punkte fest:

  1. Ausgangsmaterial: tatsächlicher Titel, verantwortliche Stelle, Fundstelle und bei veränderlichen Daten der verwendete Datenstand.
  2. Auswahl: verwendete Jahre, Gruppen und Variablen sowie bewusst ausgelassene Teile.
  3. Berechnung: Formel und Bezugsgröße, im Beispiel Kanal-Anfragen geteilt durch sämtliche Anfragen desselben Jahres.
  4. Darstellungsentscheidung: Diagrammtyp, Einheit, Rundung und gegebenenfalls abweichende Kategorienamen.
  5. Aussagegrenze: welche Frage die Abbildung beantwortet und welche Erklärung sie nicht liefert.

Prüfen Sie anschließend rückwärts: Können Sie von einem gezeigten Anteil zur Ausgangszahl und zur verwendeten Gesamtsumme gelangen? Wenn dafür eine Erinnerung nötig ist, fehlt noch ein Eintrag. Bewahren Sie Ausgangsmaterial und bearbeitete Fassung getrennt auf, damit die ursprünglichen Werte beim Formatieren nicht versehentlich überschrieben werden.

Berufliche Routine für die akademische Vorbereitung nutzen

Fachwirte, Meister, Techniker oder Bilanzbuchhalter kennen oft bereits komplexe betriebliche Auswertungen. Eine hilfreiche Vorbereitung besteht darin, einen bekannten Bericht nicht nur zu präsentieren, sondern seine Entstehung zu erklären: Welche Daten wurden ausgewählt? Welche Rechenentscheidung verändert die Aussage? Welche Information würde ein Außenstehender zusätzlich benötigen? Für eine private Übung eignen sich erfundene Werte; vertrauliche Betriebsdaten sind dafür nicht erforderlich.

Diese Lernübung ist von der Zulassung zu trennen. Beim MBA Entrepreneurship und Global Business Strategy sind die aktuell veröffentlichten Zugangsvoraussetzungen der Hochschule Burgenland maßgeblich. Genannt werden ein Bachelor mit mindestens 180 ECTS oder ein gleichwertiger beziehungsweise höherer Abschluss plus zwei Jahre einschlägige Berufserfahrung; alternativ Universitätsreife plus vier Jahre Berufserfahrung, davon zwei einschlägig; oder eine abgeschlossene Berufsausbildung plus fünf Jahre Berufserfahrung, davon zwei einschlägig. Die Lehrgangsleitung entscheidet nach Prüfung der vollständigen Bewerbung.

Ein direkter MBA-Einstieg kann bei passender Zulassungsgrundlage und managementbezogenem Lernziel Zeit sparen und inhaltliche Wiederholungen vermeiden. Ein Bachelor zuerst kann bei fehlender Zulassungsgrundlage, gewünschter fachlicher Breite oder bestimmten Berufswegen besser passen. Zulassung, mögliche Anrechnung und tatsächliche Studiendauer bleiben getrennte Fragen; aus der Berufserfahrung folgt keine pauschale Verkürzung.

FAQ: Abbildungen im MBA

Ist eine neu gezeichnete Grafik automatisch eine eigene Datenerhebung?

Nein. Die Gestaltung kann von Ihnen stammen, während die Werte aus einer anderen Quelle kommen. Beschreiben Sie diese beiden Beiträge getrennt.

Reicht „Eigene Darstellung“ unter der Abbildung?

Als alleinige Information erklärt es bei fremden Ausgangsdaten deren Herkunft nicht. Ergänzen Sie die Datengrundlage und wichtige Bearbeitungsschritte; die genaue Form richtet sich nach den Vorgaben Ihrer Hochschule.

Muss jede Berechnung direkt in der Bildunterschrift stehen?

Eine überlange Bildunterschrift hilft wenig. Platzieren Sie nötige Erläuterungen sinnvoll bei der Abbildung, im begleitenden Text oder in einer nachvollziehbaren Methodendarstellung. Entscheidend ist, dass Bezugsgröße und Bearbeitung nicht im Unklaren bleiben.

Fazit: Nicht nur zeigen, sondern den Weg erklären

Eine überzeugende Abbildung verbindet eine klare Botschaft mit nachvollziehbarer Herkunft. Trennen Sie Daten, Berechnung und Gestaltung, bevor Sie Farben oder Diagrammtypen auswählen. So wird sichtbar, was Sie übernommen und was Sie selbst erarbeitet haben. Wenn Sie Ihren beruflichen Hintergrund und das MBA-Angebot einordnen möchten, nutzen Sie den Kontakt zu GrandEdu Media. Die individuelle Zulassungsentscheidung bleibt bei der zuständigen Hochschule.

Wissen wird wertvoll, wenn es Dich weiterbringt.

Welcher Bildungsweg passt zu Deinem nächsten Schritt?

Wir verbinden Deine beruflichen Ziele mit einer Weiterbildung, die fachlich, förderorientiert und persönlich zu Dir passt.

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